Digitale Infrastruktur für Comprehensive Cancer Center: Vier zentrale Bausteine im EUnetCCC-Kontext

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Mit der EU-Designation der ersten 30 Comprehensive Cancer Center (CCC) in acht Ländern hat die europäische Krebsversorgung einen wichtigen Meilenstein erreicht. Damit entsteht die Grundlage für eine engere Zusammenarbeit von Versorgung, Forschung und Innovation.

Die EU-Designation ist jedoch der Beginn eines Entwicklungsprozesses und keine Qualitätszertifizierung oder Akkreditierung. Für Krebszentren stellt sich daher eine praktische Frage: Welche digitalen Voraussetzungen sind notwendig, um Qualität messbar zu machen, die Versorgung über Fachgrenzen hinweg zu koordinieren und wirksam mit anderen Einrichtungen zusammenzuarbeiten?

EUnetCCC verfolgt das Ziel, bis 2028 ein Netzwerk mit mindestens 100 CCC aufzubauen und 90 Prozent der infrage kommenden Patientinnen und Patienten in Europa Zugang zu einer hochwertigen, evidenzbasierten Krebsversorgung zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es mehr als klinische Expertise. Krebszentren müssen Qualität kontinuierlich dokumentieren, interdisziplinäre Entscheidungen unterstützen und über Organisationsgrenzen hinweg zusammenarbeiten können. Vier digitale Bausteine sind besonders wichtig, um diese Anforderungen in den klinischen Alltag zu übertragen.

1. Strukturierte Onkologiedaten für Qualität und Forschung

Onkologinnen und Onkologen benötigen einen verlässlichen Überblick über den gesamten Krankheits- und Behandlungsverlauf. Diagnosen, Pathologiebefunde, Bildgebung, Therapien, Ergebnisse und Nachsorgeinformationen sind jedoch häufig auf verschiedene Systeme verteilt. Das erschwert nicht nur die klinische Vorbereitung, sondern begrenzt auch die Nutzung der Daten für Qualitätsmanagement, Krebsregistermeldungen und Forschung.

c37.CancerCenter bildet den onkologischen Verlauf über den gesamten Patientenpfad strukturiert und longitudinal ab. Die indikationsspezifische Dokumentation unterstützt die Versorgung und schafft zugleich eine wiederverwendbare Datengrundlage für Krebsregistermeldungen, Zertifizierungsvorbereitungen, Qualitätskennzahlen und Auswertungen.

2. Standardisierte interdisziplinäre Entscheidungsprozesse

Die Qualität einer Tumorkonferenz hängt nicht allein davon ab, dass unterschiedliche Fachdisziplinen zusammenkommen. Fälle müssen einheitlich angemeldet und vorbereitet werden, relevante klinische Informationen und Bilddaten müssen während der Besprechung verfügbar sein, und Empfehlungen müssen nachvollziehbar dokumentiert und in den weiteren Behandlungsverlauf übernommen werden.

c37.TumorBoard unterstützt diesen Prozess von der Fallanmeldung bis zum finalen Konferenzprotokoll. Onkologie, Radiologie, Pathologie, Chirurgie und externe Partner arbeiten in einem strukturierten Workflow zusammen, während die vorhandenen klinischen und radiologischen Systeme weiterhin genutzt werden. Empfehlungen und Protokolle können anschließend an das KIS oder ein Archivsystem übergeben werden.

3. Qualität kontinuierlich messbar machen

Qualitätsmanagement sollte nicht erst mit der nachträglichen Datensammlung kurz vor einem Audit beginnen. Krebszentren benötigen einen kontinuierlichen Überblick über Prozesse, Kennzahlen und Ergebnisse, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Datenlücken zu identifizieren und Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen.

c37.OncoInsights nutzt strukturierte Routinedaten für Dashboards, Qualitätskennzahlen und vergleichende Auswertungen. Klinische Teams, Qualitätsmanagement und Krankenhausleitung erhalten damit eine gemeinsame Grundlage, um Entwicklungen zu verfolgen, Prüfungen vorzubereiten und das Krebszentrum gezielt weiterzuentwickeln.

4. Interoperabilität für vernetzte Krebsversorgung

Krebszentren verfügen in der Regel über gewachsene IT-Landschaften. Relevante Informationen befinden sich bereits im KIS, in RIS und PACS sowie in Labor-, Pathologie- und Therapiesystemen. Ziel ist daher nicht, bestehende Anwendungen zu ersetzen, sondern die für die onkologische Versorgung erforderlichen Informationen in einem durchgängigen Workflow verfügbar zu machen.

c37.CancerCenter & c37.TumorBoard lassen sich über etablierte Schnittstellen in die bestehende Krankenhaus-IT integrieren. Patienten- und Falldaten können in die strukturierte Onkologiedokumentation und die Tumorkonferenzprozesse übernommen werden. Empfehlungen und Protokolle lassen sich an das KIS oder Archivsystem zurückübertragen. Die vorhandenen Radiologiesysteme bleiben weiterhin im Einsatz.

Was sollte ein durchgängiger digitaler Onkologie-Workflow leisten?

Vier praktische Fragen helfen dabei, Medienbrüche und manuelle Arbeitsschritte zu erkennen:

  • Lassen sich im Versorgungsalltag erfasste Daten ohne wiederholte manuelle Aufbereitung für Qualitätskennzahlen nutzen?

  • Liegen Empfehlungen aus Tumorkonferenzen strukturiert und nachvollziehbar vor?

  • Können Qualität und Leistung über verschiedene Tumorentitäten oder Standorte hinweg ausgewertet werden?

  • Können externe Partner kontrolliert und rollenbasiert eingebunden werden?

Diese Fragen stellen keine Bewertung der Zertifizierungsreife dar. Sie zeigen vielmehr, an welchen Stellen durchgängige digitale Abläufe den manuellen Aufwand reduzieren, Transparenz schaffen und die Verfügbarkeit relevanter Informationen verbessern können.

Die beschriebenen Funktionen basieren auf Erfahrungen aus mehr als 350 Kliniken und Krebszentren in der DACH-Region sowie aus dem irischen National Cancer Information System (NCIS). Sie lassen sich für einzelne Zentren, standortübergreifende Verbünde und nationale Onkologiestrukturen konfigurieren.

Unsere Lösungen in der Praxis erleben

In einer 30-minütigen Demo zeigen wir Ihnen, wie c37.CancerCenter und c37.TumorBoard die strukturierte Onkologiedokumentation, interdisziplinäre Zusammenarbeit, das Qualitätsmanagement und die Integration in die bestehende Krankenhaus-IT unterstützen.

Außerdem zeigen wir, wie diese Funktionen digitale Prozesse für die Weiterentwicklung von Krebszentren, das Qualitätsmanagement und die Zusammenarbeit in vernetzten onkologischen Versorgungsstrukturen unterstützen können.

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